
Unsere Geschichte

„Es kann doch nicht sein, dass unser Viertel keinen eigenen Musikverein hat, der unsere lokalen Veranstaltungen musikalisch begleitet!“
Mit diesem Gedanken machte sich eine Gruppe von Pionieren daran, im Jahr 1946 die Fanfare Rollingergrund ins Leben zu rufen.
Musiker und Instrumente mussten gefunden werden – und natürlich auch ein Dirigent. Schon nach relativ kurzer Zeit war eine Gruppe zusammengestellt. Am 16. Juni 1946 zogen 21 Musiker los, um den traditionellen Hämmelsmarsch zu spielen, und sammelten dabei die ersten finanziellen Mittel für den neu gegründeten Musikverein.
Die offizielle Gründungsversammlung fand einen Monat später, am 10. Juli 1946, statt. Damit verfügte der Rollingergrunder Musikverein über eine solide Grundlage, auf der er seine weitere Entwicklung aufbauen konnte.
Seitdem gibt es bei der Harmonie Rollingergrund, wie sie sich seit 1954 nennt, einige Konstanten, die dafür sorgen, dass sich Tradition und Fortschritt, Beständigkeit und Weiterentwicklung niemals ausschließen.
Der erste bedeutende Entwicklungsschritt war der Übergang von der Fanfare zur Harmonie. Holzblasinstrumente kamen hinzu und vergrößerten nicht nur die Zahl der Musiker, sondern brachten vor allem neue Klangfarben und die Möglichkeit, das Repertoire deutlich zu erweitern. Eine Konstante in dieser Zeit war der erste Dirigent, Mely Schumacher, der sich erst zurückzog, nachdem auch diese wichtige Etappe erfolgreich gemeistert war.
Sein Nachfolger Jean Genson widmete sich insbesondere der Förderung des musikalischen Nachwuchses. Er arbeitete vor den Proben mit jungen Musikern und integrierte sie nach und nach in das Orchester. So musizierten bei der Harmonie Rollingergrund Jung und Alt, Anfänger und erfahrene Musiker nicht nur gemeinsam, sondern trugen auch gemeinsam zur Weiterentwicklung des Vereins bei. 23 Jahre lang dirigierte Jean Genson die Harmonie Rollingergrund. Nach seinem unerwarteten Tod übernahm Gilbert Holzem die Leitung. Neue Ideen, ein neues Repertoire und neue Arbeitsweisen hielten Einzug. Junge Musiker übernahmen zunehmend Verantwortung – eine Entwicklung, die schließlich dazu führte, dass 1992 mit Roland Schiltz ein Klarinettist aus den eigenen Reihen neuer Dirigent wurde.
All diese musikalischen Entwicklungen wären jedoch nicht möglich gewesen ohne einen engagierten Vorstand, der sie mitgetragen und mit großem Einsatz dafür gesorgt hat, dass der Verein auch organisatorisch und materiell stets gut aufgestellt war. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen freiwilligen Helfern und Freunden der Harmonie, die immer wieder tatkräftig mit anpackten.
Bälle wurden organisiert, Theater gespielt, später kamen Thé dansant, Grillaktionen beim Cactus, Catering bei der Tour de Luxembourg, ein Terrassenfest sowie Herings- und Racletteabende hinzu.
Auch hier waren immer wieder neue Ideen gefragt. So gründeten ehemalige Mitglieder der Harmonie im Jahr 1986 eine Amicale, die den Verein bis heute mit unterschiedlichstem Material unterstützt – von Instrumenten und Poloshirts bis hin zu Zelten und Kühlschränken.
Auch Ivan Boumans und der heutige Dirigent Uilson Castro haben immer wieder neue Projekte entwickelt, um die Harmonie musikalisch voranzubringen und ihre Weiterentwicklung zu fördern.
Gerade in den vergangenen 20 Jahren ist die Harmonie zunehmend internationaler geworden. Heute sind die Proben mehrsprachig – und die Musik ist die gemeinsame Sprache. Eine schöne Entwicklung, die jedoch auch eine neue Herausforderung mit sich bringt: Es fehlt an Nachwuchs und an jungen Musikern.
Doch auch hier bleibt die Harmonie nicht untätig: Seit Kurzem gibt es ein Jugendorchester, das zwar noch in den Kinderschuhen steckt, aber einen wichtigen Schritt in die Zukunft darstellt. Denn wer nichts Neues wagt, kann auf Dauer auch eine lange Tradition nicht bewahren.
